veröffentlicht am Montag, 15.09.2014

CVP Linth


Am vergangenen Donnerstag lud die CVP Linth zu einem öffentlichen Informationsanlass über Cybermobbing und Sexting nach Kaltbrunn ein. Sekundarlehrer Michael Hugentobler aus St.Gallen führte in die Thematik ein, bevor im Rahmen einer Podiumsdiskussion die Gefahren der neuen Medien aufgezeigt wurden.

Eltern kennen sich zu wenig gut aus
Nach dem Cornel Aerne als Präsident der CVP Linth die Anwesenden Eltern und Jugendlichen begrüsste, übergab er das Wort an Michael Hugentobler, der als Sekundarlehrer an der Sekundarschule Fladen in St.Gallen arbeitet und dort als IT Verantwortlicher amtet. In einem spannenden Einführungsreferat verstand es Hugentobler die Begriffe Cybermobbing und Sexting den Anwesenden prägnant und verständlich zu erklären. In einer kurzen Auslegeordnung wies er darauf hin, welche sozialen Medien und Kommunikationskanäle heute am meisten angesagt sind. Während Facebook gerade bei jüngeren eher eine rückläufige Bedeutung habe, sei beispielsweise Instagram für das Verbreiten von Fotos sehr beliebt. Hugentobler stellte des Weiteren unmissverständlich klar, dass es sowohl zu Hause, als auch in der Schule klare Spielregeln zur Nutzung von Handy, Tablet und Computer brauche. „Ich empfehle den Eltern die Kinder anzuhalten, Handy & Co über die Nacht abzugeben“, so Hugentobler. Als Hauptproblem im Bereich von Cybermobbing und Sexting sieht Hugentobler, dass Kinder und Jugendliche häufig mehr über die Nutzung von elektronischen Geräten wissen, als ihre Eltern. Die Eltern seien deshalb nicht immer in der Lage den Kindern den richtigen Umgang beizubringen.

Kinder und Jugendliche sind auf Unterstützung angewiesen
Im zweiten Teil der Veranstaltung diskutierten Julia Brunner (Kantonsschülerin), Cornel Bürkler (Chef Jugenddienst Kantonspolizei St.Gallen), Michael Hugentobler sowie Sandro Morelli (Student Rechtswissenschaften und Präsident der JCVP Kanton St.Gallen) unter der Leitung von Mathias Hobi über die Gefahren im Netz. Die vier Podiumsteilnehmer waren sich einig: Cybermobbing und Sexting sind Gefahren die es ernst zu nehmen gilt. Gemäss Ausführungen von Cornel Bürkler seien insbesondere junge Frauen zwischen 15 und 17 Jahren sehr häufige Opfer. „Wir raten betroffenen Jugendlichen sich so schnell wie möglich einer Erwachsenen Person anzuvertrauen und das Problem offen zu diskutieren“, erklärte Cornel Bürkler. Auch Sandro Morelli argumentierte in eine ähnliche Richtung: „Jugendliche brauchen Unterstützung, sie können nicht alles wissen. Es empfiehlt sich ein offenes Gespräch zwischen Eltern und Kindern beispielsweise bei der Erstanschaffung eines Smartphones. Die Eltern müssen den Kindern sagen können, was erlaubt ist und was nicht.“Michael Hugentobler sieht hier auch die Schulen in der Pflicht: „Die Schule nimmt gerade im Bereich der Prävention eine wichtige Rolle ein. ICT muss im Unterricht thematisiert werden.“ Dass dies heute nicht immer der Fall ist zeigte Julia Brunner auf: „Bis auf einen Vormittag Präventionsunterricht im Bereich Cybermobbing/Sexting durch einen externen Referenten, habe ich in dieser Hinsicht nicht allzu viel gelernt in der Schule. Dies muss sich in der Zukunft ändern.“


Handy und Tablet gehören nicht ins Kinderzimmer (Montag, 15.09.2014)