veröffentlicht am Sonntag, 24.01.2016


 

Deutliche Absage ans Linthgebiet

Zum Artikel: Die FDP steigt an der HSR Rapperswil in den Wahlkampf (Südostschweiz Zeitung, 23.01.2016)

Es ist spätestens seit dem Debakel um die Standortdiskussion für die Kantonsschule ein offenes Geheimnis, dass das Linthgebiet in der St.Galler Regierung wenig Kredit geniesst. Zwar darf es als kleiner Hoffnungsschimmer gewertet werden, dass die Regierung immerhin gewillt ist, am BWZ in Rapperswil-Jona eine Informatik-Mittelschule anzusiedeln. Jedoch ist dies in keiner Weise mit einer vollwertigen Kanti gleichzusetzen.

Umso wichtiger scheint es, bei den Regierungswahlen am 28. Februar Personen zu wählen, welche die Bedürfnisse der Linthgebieter Bevölkerung ernst nehmen. Dabei erstaunt es, dass sich FDP-Regierungskandidat Mächler anlässlich einer Wahlveranstaltung in Rapperswil-Jona kategorisch gegen eine Kanti im Linthgebiet ausgesprochen hat. Dies ist als deutliche Absage ans Linthgebiet zu werten. Doch als Wiler hat Mächler gut lachen: Seit dem Jahr 2002 hat Wil eine eigene Kanti. Dabei wären die Fahrzeiten von Wil nach Wattwil oder St.Gallen (jeweils  rund 23 Minuten) nach der mächlerschen Zeitrechnung durchaus zumutbar gewesen, erachtet er doch den Weg von Rapperswil-Jona nach Wattwil (je nachdem knapp über oder unter 30 Minuten) als „gerechtfertigt“. 

Ein Regierungsrat sollte meiner Meinung nach die Fähigkeit haben, Sorgen und Ängste der Bevölkerung zu verstehen, vorallem aber auch langfristig und strategisch zu denken. Soll die Maturitätsquote – wie von Bildungsdirektor Kölliker angepriesen – um einige Prozente angehoben werden, ergibt sich dadurch auf Grund der zunehmenden Schülerzahlen längerfristig durchaus auch die Möglichkeit für eine Kanti-Lösung im Toggenburg und im Linthgebiet. Mit Campuslösungen in Verbindung mit dem jeweiligen BWZ liessen sich Synergien optimal nutzen und auch kleinere Kantonsschulen könnten wirtschaftlich betrieben werden. In diesem Zusammenhang lobe ich mir Regierungskandidat Bruno Damann, der immerhin Verständnis für das Unbehagen im Linthgebiet geäussert hat und somit die Türe nicht ganz zuschlägt.

Sandro Morelli, Vizepräsident CVP Linth, Benken